Zugeben statt aufgeben

Hoppala wie die Zeit vergeht! Eigentlich sollte hier zumindest monatlich etwas erscheinen, ich gelobe – aber verspreche keine – Besserung.

Stress ist ein ganz schön heimtückisches Monster, das sich als gutes kleines Kätzchen tarnt und ein dann die Haare vom Kopf frisst. Manche Menschen haben immerhin das Glück, dass sie das kleine Kätzchen dann wieder in die Wildnis entlassen können, wenn es aus der Wildnis kam – aber wehe es ist ein Haustier, das auch noch zuhause geboren wurde! Bevor nun aber aus meinen drei schwarzen Minimonstern menschfressende Ungeheuer werden, lasse ich das Bild besser los und fasse mich konkreter.

Ich gehöre zu der Sorte stresssensibler (ssssssssss….) Menschen, deren Körper schon auf kleine, selbst freudige Ereignisse mit Stress reagiert. „Guter“ Stress wird in der Regel in kurzer Zeit verdaut und das positive Gefühl wird abgespeichert. Negativer Stress – sei er noch so marginal – frisst sich neben dem Gefühl direkt mitfest. Diese kleinen und großen Biester sin sehr hartnäckig und lassen sich schwer „wegmeditieren“, vor allem in Masse, da sie sich gerne gegenseitig noch verstärken. Die Konsequenzen sind anfangs Übelkeit und leichte Reizbarkeit, später zusätzlich Schlafproblemchen und Überforderung, was schließlich in völliger innerer Reizüberflutung, Schlafkatastrophen, Magenproblemen aller coleur, Desinteresse und Mutlosigkeit endet.

An diesem Punkt findet sich der Grund, warum ich hier so intensiv darauf eingehen möchte, denn diese Entwicklung findet sich immer da, wo Stress nicht verarbeitet wird/verarbeitet werden kann aufgrund innerer oder äußerer Bedingungen. Oder ander und plakativ: Burn-Out.

Da ich diese Entwicklung regelmäßig in unterschiedlicher Geschwindigkeit durchlebe, versuche ich natürlich immer früher die Signale zu erkennen, die sich anfangs sehr gut tarnen können, und irgendwas zu finden, was das Ganze stoppen kann. Dieses mal stehe ich zwar schon wieder mit einem Fuß auf Stufe drei, aber mit Hilfe meiner Psychologin und Hausärztin sowie dem damit verbundenen Zugeben und zwar vor mir selbst, geht es wieder in die andere Richtung. Ausgeben ist für mich eigentlich immer die letzte Option, aber manchmal „gibt man sich allem hin“, wenn man sich überfordert fühlt, was ebenfalls ein aufgeben ist.

Dabei ist jetzt nicht angesagt, dass ich von heute auf morgen wieder super funktioniere, nein, wie alles gaaaaaaaaaanz langsam und Schrittchen für Schrittchen für Schrittchen… Aber wieso hab ich jetzt Lust auf Milchschnitte?

Die Auslöser sind wie immer vielfältige, alter und neuer Stress, aber die ganze Zeit bleibt das eine Gefühl: Es bewegt sich nix! Ungeduld ist ungesund.

Nachdem ich jetzt endlich vollständig begriffen habe, was „Phase“ ist, kann ich mir den Raum geben und automatisch kann ich wieder mehr angehen – es kehrt wieder innerer Frieden ein. Im Moment sogar gänzlicher Frieden mit dem Körper nach einer ausgiebigen Dusche nachdem meine Grüne Fee anfing zu wirken, wie ich sie schon seit nichtmemorabler Zeit mehr genießen konnte.

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