Das Problem mit den Zeitreisen und den Dimensionen

Ich muss ja eingestehen, dass ich ein Fan von Science Fiction bin. Spätestens seit H.G. Wells sind Zeitreisen ein wichtiger und immer wiederkehrender Aspekt, der in jeder SciFi-Serie mal eine kleine oder große Rolle spielt. Alle Zeitreisen haben Regeln, die sich irgendwie aus der Theorie ergeben haben. Eine davon besagt, dass man mit einer kleinen Änderung bereits die Zukunft drastisch ändern könne. Spätestens bei der Idee einen uns bekannten Vorfahren vor der Zeugung der Vorfahren unserer direkten Linie dazwischen durch einen Unfall (oder auch mit Absicht) aus dem Leben zu reißen erscheint es „logisch“. Das Paradoxon, dass man sich selbst so nicht umbringen könne, weil man ja nicht da ist, um dies zu tun, spielt für die weitere Überlegung keine Rolle. Als Lösung bieten sich hier aber die „Alternativen Zeitstränge“ aus „Zurück in die Zukunft“ oder aber der Gedanke, dass Zeit nicht linear verläuft, sondern eher so wie eine Kugel mit wibbly wobbly, timey wimey stuff, wie es der Doctor ausdrücken würde. Zusammengefasst: Änderungen in der Vergangenheit haben weitreichende Folgen für die Gegenwart.

Der Schritt von Zeitreisen zu Dimensionsreisen ist dann nur noch ein Katzensprung für die meisten SciFi-Serien. Als Dimension versteht sich dann eine Parallelwelt mit einer eigenen Entstehunghistorie. Manchen Physiker oder Chaostheoretiker möge dann vermutlich eher die Grundidee des homo sapiens bei Pratchett & Baxter („Die lange Erde“) überzeugen, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Entwicklung des Menschen und intelligentem Leben allgemein eher die Seltenheit ist. Die meisten Serien lassen uns allerdings in dicht bevölkerte, mit Menschen besiedelte „Erden“ reisen (z.B. Doctor Who, Sliders, Warehouse 13 etc.). Geht man von der Seltenheit des Menschen und intelligenten Lebens (nach unserer human-Definition) im uns bekannten Universum aus, fühlt sich dieser „Zufall“ bei Dimensionsreisen sich schon sehr merkwürdig an. Zusammengefasst also die zweite These: Bei Dimensionsreisen auf einer mit Menschen besiedelten Welt zu landen ist die Wahrscheinlichkeit geringer als bei ein Sechser im Lotto.

Wenn ich jetzt eine SciFi-Serie sehe, bei der die Protagonisten in eine Parallelwelt reisen und dort sogar noch auf ihre Doppelgänger treffen, stehe ich immer vor der Frage, wie weit sich die Phantasie dehnen lässt. Vor allem dann, wenn insbesondere die erste Prämisse gilt (und das scheint auch immer zu gelten, jedenfalls fällt mir kein Gegenbeispiel ein, wo nicht auch Zeitreisen derartig qualifiziert werden). Da ich gerade mit der zweiten Staffel Flash fertig bin, versuche ich noch immer den inharenten Konflikt aufzulösen, dass dort nur minimale Differenzen zwischen Erde Eins und Erde Zwei bestehen (Beispiele würden jetzt ziemlich hart das Finale spoilern) trotz enormer Unterschiede – sogar Atlantis besteht noch als lebendige Zivilisation. Dennoch leben dieselben Menschen in derselben Stadt unter ähnlichen familiären Umständen. In Staffel Eins werden dabei noch explizit die oben genannten Auswirkungen auf Zeitreisen behandelt. Ähnliches passiert in der letzten Staffel von Warehouse 13. Wie unwahrscheinlich ist das denn bitte? Die Menschheit, die Zivilisation, unsere Gegenwart besteht nunmal aus dem Leben vieler einzelner Individuen. Und so manches Fehlen bestimmter Personen hätte einen massiv anderen Verlauf der Geschichte bewirkt. Wie wäre unsere Kommunikation heute ohne Steve Jobs? Wann hätte wir den Buchdruck entwickelt ohne Gutenberg (nicht der komische Politiker!)? An welchem Punkt stünden wir im medialen Bereich heute, wenn jemand schon früher das Touchdisplay entwickelt hätte? Gäbe es dann überhaupt noch die Eingabe über Peripherie? Oder wenn es diese Technik vor der Tastatur gegeben hätte? Man kann ein beliebiges Beispiel nehmen und die Gedanken spinnen, vor allem mit dem Alter wird es einfacher, wenn man merkt, dass die Welt sich verändert (durch die Hilfe vieler einzelner Indivuduen!).

Zurück zur Frage: Mit welcher Logik, lassen sich solche Dimensionsreisephänomene begründen? Leider fällt mir auch nicht mehr als „mega großer, wenn auch total unwahrscheinlicher Zufall“. Vielleicht ist doch alles Zufall und Wahrscheinlichkeit ist völlig irrelevant. Steckt man selbst in schwierigen Situationen ist die Wahrscheinlichkeit ohnehin nur noch 50:50 oder 100 Prozent.

 

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