Abschied von und Wiedererweckung der Vergangenheit

So viele Menschen leben ja bekanntlich in der Vergangenheit, oder um es mit Fontane zu sagen: „Die goldenen Zeiten sind stets die VERGANGENEN“. Aber manchmal kann es gut tun, Dingen der Vergangenheit neues Leben einzuhauchen.

Seit nun ganzen vier Tagen habe ich eine wahrlich gute Phase. Ich schlafe wie ein Baby die Nächte durch und die Schmerzen sind kaum wahrnehmbar – ganz ohne „spezielle“ Hilfsmittel. Der letzte Freitag hat dazu wahrscheinlich enorm beigetragen – Entspannung für Geist und Körper. Am Wochenende quälten mich noch meine Hände bzw. alle derer kleinen Gelenke (da muss ich dann auch mal Stäbchen gegen Löffel tauschen – leider) und bis Sonntag Alpträume. Bei mir „offenbaren“ sich vor allem in meinen Alpträumen meine tiefsitzenden Ängste, die mir nur selten bewusst werden. Dazu gehört auch die Angst aufgrund der Fibromyalgie von meinem Liebsten verlassen zu werden. Danke Schatz, dass Du mir mit vollster Überzeugung diese Angst in wenigen Minuten genommen hast!

Der Montag überkam mich mit einem tiefen Schlaf und ohne Schmerzen. Ebenso der Dienstag. Seit Dienstag Abend zwickt die Hüfte, da war meine sonst wirklich wunderbare Physiotherapeutin wohl ein bisschen übermotiviert. Aber egal, es ist kaum schlimmer als ein ordentlicher Muskelkater und das bisschen Zwicken schränkt mich auch kaum ein. Allerdings habe ich aus vollem Bewusstsein einen Abschied von der Vergangenheit genommen: meinem Nasenpiercing. Schon die Monate zuvor trug ich nur noch ein kaum sichtbaren Stud und irgendwie hat es beim Naseputzen, Schniefen und Gesichtwaschen genervt. Also ab dafür und raus damit nach 12 Jahren.

Um zum Thema der wiedererweckten Vergangenheit mal zurückzukommen und nicht weiter abzuschweifen, komme ich mal im Heute an. Es ist wieder ein Tag mit kaum vorhandenem Fibroschmerzlevel (die anderen Schmerzen muss meine Physio heute Nachmittag ausbaden – Hrhr) und einer ziemlich guten Nacht. Da schießen einem dann auch mal komische Ideen in den Kopf: Dinge, die man aufgrund von Schmerzen, Steifheit in den Fingern und miteinhergehendem Tremor schon lange nicht mehr gemacht hat – so zum Beispiel Fingernägel lackieren. Da sitze ich nun und warte, dass der Lack trocknet und natürlich stoßen während des Tippens ständig meine Daumennägel zusammen, was zu kleinen Macken im Lack führt. Aber hey, was soll’s, es muss nicht perfekt sein!

Wenn ich das alles retrospektiv rational betrachte, habe ich mir diese Woche viel Gutes getan und selbst Achtung – im doppelten Sinne – geschenkt. Dementsprechend „hell“ ist meine Stimmung natürlich, aber ich weiß auch, dass die „fehlenden“ Schmerzen einen guten Teil dazu beitragen.

Ich hoffe, dass das über die Ostertage anhält und ich das noch weiter genießen und für schöne Dinge nutzen kann. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

 


 

 

Edit: Na das hat man davon, wenn man das alte Zeug benutzt: Es wird einfach nicht trocken. Das „Mädchen“ wird wohl nach der Physio einen Kurztrip in die Drogerie unternehmen. Ich will lackierte Nägel haben!

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